02.08.06 (Mittwoch)

am 02.08.06 in diary 

Lange Urlaubsaufarbeitung

Die Woche bevor wir nach Deutschland sind war es sehr heiß und schwül und ich bin die meiste Zeit vor dem noch heißeren Computer gesessen und mich geärgert. So sehr geärgert, dass ich gar keine Muße gefunden habe, hier weiter zu schreiben. Ich wollte Bilder an ein Internetlabor zum Nachmachen verschicken und es hat nicht geklappt. Bis ich dann schließlich Schwesterle Andi um Hilfe gebeten habe. Die gab mir den entscheidenden Tipp und es hat doch noch geklappt.

Deutschland war wunderschön. Ich hatte das Gefühl, heim zu kommen. Sowohl nach Pförring (man höre und staune – ich habe dort ja noch nie gelebt, war also dort noch nie daheim. Aber Schwiegereltern zu sehen und so offensichtlich verwöhnt zu werden hat schon was.), als auch in Münster als auch in Kempten. Auch Münster hat mich einigermaßen erstaunt. Ich habe mich immer dort wohl gefühlt, aber als meine Heimat sah ich immer das Allgäu an. Und ich habe mich über jeden einzelnen Besuch, den ich mir vorgenommen habe und auch geschafft habe gefreut. Es war nicht ein einziger zuviel. Einen einzigen, den ich mir vorgenommen hatte, habe ich nicht geschafft, und der wäre bestimmt auch nett geworden, aber die Kinder wurden krank, so dass ich die Menge der Leute dann eingeschränkt habe Michi wurde nach dem Hochseilgarten krank, also Fieber für einen Tag. Ich glaube, es war einfach alles einfach zu viel. Und Thomas hat wohl einen Sonnenstich beim Baden bekommen und hat in der Nacht fantasieren angefangen. Und zwei Tage später dann noch mal. Ich denke, auch für ihn war es viel.

Und mit nach Hause (also Frankreich) habe ich Susi mitgenommen. Wir haben also gerade Besuch. Und auch das finde ich erstaunlich: wir sind jetzt fast 3 Monate in Frankreich und ich komm aus Deutschland und fühle schon, als käme ich nach Hause. Vor unserem Urlaub dachte ich, dass ich noch nicht wirklich in Frankreich angekommen bin, weil ich ja noch so sehr mit der Sprache kämpfe. Aber das stimmt nicht. Ich bin auch hier schon zu Hause. Wie es hier riecht, die Sonne, Pferd und auch unserer (finde ich) gemütliches Heim. Und natürlich meine zahlreichen Männer hier.

Noch was vom Pferd: ich habe mich unfreiwillig von ihm getrennt, soll heißen, ich bin runter gefallen und Pferd ist auch noch hinterher gefallen. Das war vielleicht ein Schreck!! Wir waren beide hinterher erst mal ganz damisch. Ich glaube, dass das dumme Pferdl sich etwas verschreckt hat, als hinter ihm die Besprenkelungsanlage sich irgendwie umgestellt hat. Da hat der den Hintern eingezogen und ist sich, glaube ich, selber in die Füße gesprungen und hat sich ein Bein weg gekickt. Er ist so zu Boden gegangen, das ich schon am absteigen war. Im Augenwinkel habe ich noch gesehen, wie er dann hinter mir her gefallen ist, regelrecht über den Kopf ne Rolle auf mich zu und auf meinen Fuß. Richtig erwischt hat er mich offensichtlich nicht, weil ich ihn zwar gespürt habe, aber nichts weh getan hat – auch im Nachhinein nicht. Nach einer großen Runde spazieren am langen Zügel haben wir beide uns schließlich so weit beruhigt, dass ich wieder aufgestiegen bin. Wir haben es dann aber für den Tag gut sein lassen.

Gestern haben wir, Susi und ich und die 4 Kinder, einen wunderschönen Ausflug zu steinzeitlichen Grotten gemacht, und heute waren wir wieder beim Reiten. Susi den Pillu und ich die Luna, ein Pferd einer Französin, der ich das Galoppieren beibringen soll. Ich weiß nicht, ob ich das schaff, aber das Pferd hätt das Zeug dazu. Sie macht super mit und lernt wahnsinnig schnell! Guck ma mal.

von gabi vor 1316 Tagen
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12.07.06 (Mittwoch)

am 12.07.06 in diary 

Badetag – Vor-Gewitter-Aufräum-Tag

Pillu hatte heute frei und wir sind mal nach Cabries ins Schulbad gefahren, weil die Kinder unbedingt vom 1-Meter-Brett springen wollten. Wir hatten also viel Zeit, weil das Bad erst um 11 aufmacht (was ich aber erst hinterher herausgefunden habe). Und nachdem nächste Woche Deutschland angesagt ist, hab ich den Foto mitgenommen, um für alle Neugierigen Fotos zu machen. Pillu ist dabei natürlich am besten weggekommen, der hat ja sein Müsli geschlabbert und da hat man einfach mehr Zeit zum fotografieren. Um Punkt 11 waren wir am Bad. Und auch hier kann man kostenlos rein, wenn man sich anmeldet und in der Gemeinde wohnt. Also das ist hier super! Alle Gemeindeunternehmungen sind kostenlos, wenn man nachweist, dass man hier wohnt. Und das geht mit z.B. der Telefonrechnung, Gas, Strom oder anderen offiziellen Papieren. Melden tut man sich hier ja nicht. Zwei mal waren wir im Wasser, dann sind wir nach Hause, wo wir total verschwitzt ankamen. Nach einer kurzen Siesta sind wir wieder ins Wasser, um dann nach dem Essen runter ins Bad von Calas zu laufen. Auch da waren wir zweimal im Wasser. Es ist heute aber auch verdammt schwül, der Schweiß rinnt bei der geringsten Anstrengung in Strömen, der Wasserverbrauch ist enorm. Dann wurde es dunkel und ich habe meine Kochanstrengungen schnellstens unterbrochen, um draußen sauber zu machen. Ein Gewitter hat sich angekündigt. Also alle Abflüsse auf, allen Dreck raus, die Badewanne vor unserm Haus reinigen, dh. Nadeln, Blätter und Kinderzeug weg, alles was nicht nass werden sollte schnell ins Haus. Und denn hat es doch glatt noch 1h gedauert, bis es zu tröpfeln angefangen hat. Inzwischen grollt es irgendwo in der Ferne, bei uns hat es angenehmen Mairegen und weiter nichts. Aber ich bin überzeugt, irgendwo hat es wild getan, vielleicht nicht so wild wie hier letzten Donnerstag, aber doch mehr. Und überhaupt: lieber einmal zuviel draußen unnötig sauber gemacht (es war jetzt nicht wirklich nötig, die letzte Generalreinigung der Badewanne war ja eben letzte Wochen), als Wasser in der Wohnung.

von gabi vor 1337 Tagen
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06.07.06 (Donnerstag)

am 06.07.06 in diary 

Heute: Ausnahmetag – und er ist noch nicht vorbei!

Heute in der Früh sind wir aufgewacht, weil es plötzlich so dunkel wurde. Wir wurden auch schon mit Wetterleuchten und Grollen begrüßt. Ich bin wie von der Tarantel gestochen aus dem Bett und auf die Terrasse und hab erst mal den vorabendlichen Verhau verräumt: Sitzkissen weg, Badetücher, die zum Trocknen immer auf den warmen Fliesen liegen und Badehosen und so. Und dann hat es auch schon angefangen. In Deutschland wär vermutlich Hagel gekommen, bei uns nur wirklich Riesentropfen! Und dann hat der Sturm angefangen und mit ihm sind die Kinder aufgewacht – ganz ohne dem allmorgendlichen Gemuffel. Ungefähr 5min war es höchst interessant, dann plötzlich (über unserer Einfahrt ist wahrscheinlich der Abfluss mit Piniennadeln zu gegangen) kamen Sturzbäche von Wasser: Vom Dach, von oben und über die Einfahrt. Bis auf einen Abfluss waren die anderen innerhalb kürzester Zeit zu und das Wasser vor unserer Haustür stieg in – wenn überhaupt – 5min bis kurz unter die Haustür. Das sind auf etwa 30qm fast 5-10cm. Der Regen wurde dann gottseidank weniger. Ob es daran lag, oder ob das Wasser über die Betonkante neben unserem Haus ablaufen konnte, weiß ich nicht, ich war zu beschäftigt, die Abflüsse frei zu bekommen. Also, es hat so stark geregnet, dass, wenn aus unserer Dusche so viel Wasser käme, der Wannenablauf damit wahrscheinlich nicht zurecht käme.

Sattelproblem Pillu: Ich konnte es provisorisch ganz schnell lösen: Ich habe den Sattel weiter hinten aufgelegt, die Gurtstrippen überkreuzt und unterschiedlich fest angezogen und Pillu fühlte sich wohler. Morgen trotzdem mit dem Westernpad, heute hatte ich es vergessen – ich habe so viel Zeug dabei gehabt. Wir alle hatten nämlich heute im Stall unsere erste Französisch Stunde!

Geraldine, eine junge französische Englisch-Lehrerin hat im Stall eine kleine Anzeige, sie gebe Englisch-Unterricht. Sie ist am College und Lysee Lehrerin, sie müsste eigentlich den Kindern und auch besonders mir auch Französisch geben können. Ich hatte sie gefragt, und sie macht es. Die Kinder hatten Unterricht, ich bin geritten, danach hatte ich Unterricht. Sie hat mich voll gequasselt, ich habe zurück gequasselt und dabei sind wir auf die ersten Grammatik-Probleme gestoßen. Ich denke, gut war es. Es gab Zeiten, da habe ich alles verstanden, dann wieder ist der Faden gerissen und ich habe gar nichts verstanden. Schau mer mal, wie es wird. Dienstag geht’s weiter.

Dann zum Decathlon nach Buc-Bel-Air. Das ist ein riesiger Laden mit angeschlossenem Fitnesscenter und Freizeitpark. Den haben wir uns noch ein wenig angeguckt, bevor Thomas und mich der Hunger heim getrieben hat.

Nachmittags ging es dann ans sauber machen: Die Abflüsse frei machen, den gefliesten Platz vor unsere Haustüre von Unrat befreien, den Pool wieder beschwimmbar machen. Durch den Sturm hat es so viel Dreck und Nadeln rein gehauen, dass er recht unansehnlich war. Also Wasserstaubsauger raus, Nadeln von oben abfischen und los gings. Denkste. Nach etwa einem Viertel hat die Pumpe irgendwoher Luft angesaugt und es ging nichts mehr. Ich habe eine äußerst frustrierende halbe Stunde zugebracht, das Luftloch zu suchen, hab es aber nicht gefunden. Total entnervt bin ich erst mal ans Telefon, um meinen Frust beim Mann abzuladen, der war aber nicht erreichbar. Glück für ihn. Dann bin ich noch wenig rumgesessen und wieder zum Pool runter – und siehe da, die Pumpe funktionierte einwandfrei!! Auch der Staubsauber. Nach 2min Arbeit ist mir das Unterteil vom Staubsauger abgebrochen! Das wird von einem Plastik-Stäbchen am Stiel gehalten. Dass das nicht unendlich hält ist nicht verwunderlich und wirklich ärgerlich. Also bin ich mit Lappen in den Pool, hab innerhalb einer Stunde alle ansetzenden Algen per Hand gewischt, in der Hoffnung dass sie alle im Wasser schwebend bleiben und gefiltert werden. Schau mer morgen mal. Die Kinder haben heute schon ein wenig unter mir leiden müssen, ich war zeitweilig schon etwas unleidig.

von gabi vor 1343 Tagen
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04.07.06 (Dienstag)

am 05.07.06 in diary 

Pferdeprobleme

Ich hatte ja schon seit längerem den Verdacht, jetzt muss ich ihn mal äußern: Ich glaube, dem Pillu passt sein Sattel nicht mehr, er ist sehr dünn geworden. Es ist nicht so schlimm, dass er Druck davon bekäme (noch nicht), aber es gefällt mir nicht mehr. Am Sonntag habe ich sehr intensiv B beim Reiten zugeguckt, was ich eher selten mach, weil ich sonst nur zum Korrigieren neige. Aber seitdem Pillu immer unruhiger läuft, besonders bei Handwechseln, beim Aussitzen, wenn ich versuche, ihn zum Rücken aufwölben zu bringen (da weiß ich aber nicht, ob das auch so klappt, wie ich mir das vorstelle), musste ich da einfach mal von unten gucken. B sitzt ja sehr schwer im Sattel und es sah aus, als ob schon im Pferd sitzt, als ob er samt Sattel nach hinten kippt und Pillu das gesamte Gewicht kurz vor den Nieren trägt. Wenn ich mir das Schweißbild anguck, ist er komplett neben dem Widerrist bis zur Hälfte der Sattellage trocken. Auf der inzwischen gut eingescheißelten Satteldecke sieht man, dass sehr viel Druck in einer schmalen Linie von unterhalb vom Kopfeisen bis zur halben Sattellage ist, dann wird sie breiter und verteilt sich gottseidank hinten auf beiden Kissen. Außerdem mein ich, dass der Sattel hinten 1-2cm höher sein muss, um im Schwerpunkt zu sein. Sattle ich Pillu jetzt weiter hinten, liegt der Sattel bei dem kurzen Pferd fast auf den Nieren, er kommt aber hinten höher, sattle ich weiter vorne, … Gedanken, Gedanken, Gedanken. Morgen nehm ich unser Westernpad mit, das ist schön dick und für hinten vielleicht noch eine Decke, dann guck ich mal.

Alles in allem wäre es ja nicht so schlimm, ich würd einfach einen Sattler kommen lassen, aber so was gibt es in Frankreich nicht, zumindest hat in diesem Stall noch nie einer einen kommen lassen, man kauft sich eine Allheilmittel-Allsattelunterlage und gut ist es. Na ich weiß nicht! Ich guck aber trotzdem. Und ich kauf ihm noch mehr Müsli zum Dick werden, dann haben wir vielleicht kein Problem mehr, zumindest passt der Sattel dann vielleicht am Widerrist wieder.

von gabi vor 1344 Tagen
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03.07.06 (Montag)

am 03.07.06 in diary 

Heimreise/ Reise nach Deutschland

Die Überschrift sagt es wohl schon: so richtig daheim bin ich wohl noch nicht, sonst würde ich unsere Deutschlandreise nicht Heimreise nennen. Oder aber es ist normal, dass man seinen Ursprung als Daheim bezeichnet. Ich fühl mich hier eigentlich schon wie daheim: ich bin gern hier, ich baue hier meine Kontakte auf und finde wirklich viele nette Leute, mit denen ich mich gern noch viel mehr unterhalten würde. Und ich denke, genau das ist der Knackpunkt von Daheim: Der Kontakt zu den Leuten – und solange ich die Sprache nicht wirklich so gut kann, dass sie mich am Mich-Mitteilen hindert, bin ich nicht wirklich daheim. Heute morgen z.B. habe ich mich mit einer Frau vom Kindergarten recht gut auf Englisch unterhalten, was mal ganz erholsam war. Da kamen zwei andere Damen und fragten irgendwas wegen einem Geschenk – was ich noch mitbekommen habe – aber ich hätte halt einfach gern zugehört. In solchen Situationen ist man einfach noch nicht wirklich hier angekommen. Aber ich möchte so wahnsinnig gern! Dafür haben wir gestern Abend eine französische Englisch-Lehrerin kennen gelernt, die mit uns, also den Kindern und mir, jetzt in den Ferien Französisch lernt. Bei mir geht es um Grammatik und das drum rum; Worte kann ich inzwischen zwar schon viele, aber noch lange nicht genügend; aber die lern ich schon noch. Also Hören, Sprechen, Grammatik.

Ach ja, Deutschlandreise: Wo bringe ich das alles unter, was ich will? Viele, viele Besuche bei den verschiedenen Leuten, Arzttermine und dergleichen. Diverse Dinge einkaufen und organisieren, die es hier nicht gibt oder von hier aus nicht zu machen sind. Da muss noch ein strenges Zeitmanagement her. Aber so langsam bekomme ich trotzdem alle Dinge auf die Reihe und bis in zwei Wochen werde ich es wohl haben.

von gabi vor 1346 Tagen
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28.06.06 (Mittwoch)

am 28.06.06 in diary 

Ameisen!!

Igitt, pfuideifi. Eltern sind grad da und sie fahren morgen nach Deutschland. Und wir haben hier so viel Kinderspielzeug, dass sie was mitnehmen müssen. Also haben wir im Kinderzimmer aufgeräumt und aussortiert. Nicht, dass ich das sonst nie täte, aber heute war es halt im Spielzimmer so weit: Ne Ameisenstrasse. Keine Ahnung, woher sie kommen, wir haben hier im Schlafbereich Laminat, das lose auf Teppich oder so was verlegt ist. Es verrutscht auch bei jedem Staubsaugen. Und sie wandern auch unter den Sockelleisten durch, die sind innen hohl. Also habe ich an allen möglichen und unmöglichen Stellen kleine weiße Haufen mit Ameisengift, an Stellen, die mir strategisch günstig erscheinen, die Weiterverbreitung zu unterbinden und dort, wo ich schon welche gesehen habe. Dabei sind mir die Strassen noch lieber, weil ich wenigsten mit meinem Gift einen Ameisenherd bekämpfe. Aber die einzelnen, die so rumirren, die kann man nur kaputt machen, um sie an der Kommunikation zu hindern – sollten sie was gefunden haben. Und trotzdem finde ich immer wieder woanders Ameisen und deren Strassen.

von gabi vor 1351 Tagen
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27.06.06 (Dienstag)

am 27.06.06 in diary 

Einwurf! Was mir hier bei uns in Frankreich wirklich total negativ auffällt, nicht dass da irgendeiner was dafür könnte, aber es berührt:

Seit ein paar Tagen und davor in mehr oder weniger sporadischen Abständen höre ich sie. Die Flugzeuge von der Feuerwehr. Und man fährt an ihnen überall vorbei, mehr oder weniger groß und an mehr oder weniger nah an Siedlungen, Dörfern, Höfen: abgebrannte Wälder, Schneisen und Felder. Den Anblick kenn ich ja schon von meinen zahlreichen Urlauben hier. Aber wenn ich mitbekomme, wie oft sie fliegen, ist das schon sehr unheimlich und beunruhigend. In Marseille am Flughafen ist eine Staffel dieser Löschflugzeuge stationiert, etwa 15km von uns entfernt. Es sind alles Propeller-Maschinen, die auch noch ziemlich tief fliegen und hören deshalb sich anders an als die Passagierflugzeuge, die hier landen. Die fallen nur selten auf. Und ich kann einfach nicht drüber weghören über dieses Geräusch. Heute früh flogen sie schon um etwa halb 10, vier Maschinen, jetzt grad eben wieder viere. Und dann habe ich vor ein paar Tagen auch einen Brand von der Weite gesehen, also den Rauch. Zwischen uns und dem St. Viktoire, vielleicht 10km Luftlinie. Der war vermutlich auch noch ziemlich groß, da flogen sie vier Mal mit je vier Maschinen. Werde ich mich daran gewöhnen? Ich glaube nicht. Vor allem, weil ich auch letzte Woche nochmals mit der Dame vom Relocation Service telefoniert hab, und da erwähnt hatte, dass sie so schwer zu erreichen sei. Da erzählte sie mir, dass ihr Haus abgebrannt sei, die Küche komplett, vom übrigen Haus das Dach. Der Kühlschrank habe einen Defekt gehabt und irgendwie angefangen zu brennen. Wenn ich daran denke, läuft es mir immer noch kalt den Rücken runter. Feuergefahr ist hier wirklich allgegenwärtig.

von gabi vor 1352 Tagen
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25.06.06 (Sonntag)

am 25.06.06 in diary 

Der Stall, in dem Pillu steht, hat heute sein 30jähriges Bestehen gefeiert und wir haben auch mitgemacht. Eigentlich mag ich so was nicht besonders, eine besondere Bindung hab ich zum Stall auch (noch) nicht, aber damit ich die Leute kennen lern und ich jemanden zum Sprechen finde, hab ich uns eingetragen und wir sind hin. Es war nett, muss ich sagen. So eine Art Spiel ohne Grenzen in Familiengruppen. Das Wetter hat mehr als gepasst, es war sauheiß, und die Spiele dem Wetter angepasst: die Besprenkelungsanlage hat Patrik (der Chef) von hand bedient und erst die Jungen, dann die Mütter mussten so viel Wasser wie möglich in Tüten einfangen. Gar nicht so leicht und man war hinterher total nass. Gut hat das getan. Im Regen haben wir dann Mittag gegessen, soll heißen, die Besprenkelungsanlage vom Reitplatz daneben war an, weil der Sand so heiß und staubig war und doch einigermassen viel Wind geweht hat, der uns dann auch mit dem Reitplatzregen versorgt hat. Nachmittags gab es noch Geschicklichkeitsreiten für die kleinen Kinder und dann für die größeren und Tauziehen. Das war dann sogar noch richtig anstrengend. Abends bis 7 hat es gedauert, d.h. wir waren fast 10 Stunden am Stück draußen, wir haben fast nichts getan und ich bin total fertig. Ich denke, die viele Sonne hat es ausgemacht. Gute Nacht.

von gabi vor 1354 Tagen
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23.06.06 (Freitag)

am 23.06.06 in diary 

Heute habe ich bei einer ‚Kermesse’ mitgemacht. Ja, das ist also Kinderspiele veranstalten für alle zusammen und da sollten die Eltern helfen. Ich wollte eigentlich gar nicht und habe mich auch nicht eingetragen. Mit meinen Französisch-Kenntnissen ist es noch nicht wirklich weit und dann Kindern irgendwas erklären … na ich weiß nicht. Dann kam eine andere Mutter auf mich zu und ich habe mich breitschlagen lassen. Und es war dann genau so, wie ich es mir gedacht habe. Wenn ich jetzt nur Kuchen verteilt hätte, wie vorgesehen, wärs okay gewesen, so aber bin ich irgendwie zum Kinderanmalen gerutscht und jedes Mal hat mir meine Nachbar-Mitanmalerin erklären müssen, was die Kinder wollen. Woher soll ich wissen, wie die z.B. Spiderman oder Batman auf Französisch heißen. Nachdem alle Erklärungen gescheitert waren, durfte ich die Prinzessinnen, Chinesinnen, Zoros und Totenköpfe malen. Dann hat sich heute eine Mutter versucht mit mir zu unterhalten, etwas mitzuteilen; nachdem sie es ungefähr 1000x wiederholt hat, hab ich es auch kapiert (ein Geschenk für den Lehrer von TuC kaufen, sie hat aber bis jetzt nur mit mir und einer anderen Mutter gesprochen), ich konnte ihr aber nicht klar machen, dass ich den Lehrer kaum kenn, also nichts besorgen kann und ich auch nicht die anderen Mütter kenn, um ihr beim Geld eintreiben zu helfen. Mit Hilfe einer Halbirin haben wir es dann aber hingebracht. Ich tät mich ja so gern unterhalten, aber mir fehlen die Worte und ich versteh so wenig!!!!! Warum geht dieses Sprache-Lernen so verdammt langsam!!!!

Der Pool hat inzwischen fast 25grad. Sogar ich komm jetzt in absehbar kurzer Zeit rein! Und das will was heißen. Die Kinder sind jeden Tag nach der Schule bis zu 4x drin. Wenn das so bleibt – was ich glaube, wenn es weiter so heiß bleibt mit ungefähr 35grad – dann hat sich die Entscheidung für Haus mit Pool voll gelohnt. Ich habe uns alle trotzdem ins Calas-eigene Freibad eingetragen, damit wir über den Sommer dort viele Leute treffen zum Sprache lernen.

von gabi vor 1356 Tagen
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20.06.06 (Dienstag)

am 20.06.06 in diary 

Die armen anderen Leute! Heute habe ich jede Gelegenheit genutzt, mit den Franzosen französisch zu reden, ob sie wollten oder nicht. Eigentlich mach ich das immer, heute ist es mir nur so besonders aufgefallen, weil ich eben so besonders aufdringlich war. Ich hoffe nur, dass es denen nicht so sehr auffällt wie mir. Es sind dann ja doch meistens unterschiedliche Leute, die dran glauben müssen. Erst vorm Reiten, nach dem Reiten, als ich mit den Kindern zum Schwimmen bin, und da nicht nur mit dem anderen Mitbetreuer, sondern auch mit den Kindern, dem Lehrer; dann beim Abholen vom Michi mit seiner Lehrerin und nochmals mit einer Reiterin beim Abholen von Thomas und Christian. Also, jetzt der Rest:

Sonntag waren wir am Meer. Bei passendem Verkehr brauchen wir etwa 20min, sonst (meistens) doch erheblich länger. Ich nahm mir vor, das nächste Mal früher aufzubrechen. Mir scheint es, als seien die meisten Franzosen eher Langschläfer denn Frühaufsteher; ich glaube, wir müssen nicht wirklich früh los, um dem Verkehr zu entgehen. Eine wunderschöne Tour in einen kleinen Calonque haben wir gemacht, und schon nach der Hälfte haben wir Pause gemacht, um im Meer zu baden und sind dann auch nicht mehr weiter. Mir wurde auch die Sonne etwas viel. Am Hafen haben wir noch Eis gegessen und Kaffee getrunken. Und wir hätten wunderbare Bilder machen können – wenn nicht die Batterie vom Foto alle gewesen wäre. Aber die Tour ist wiederholenswert, also …

Am Wochenende hatte B das Internet aktiviert, am Montag kam ich dran. Französisches Internet/ Email ist (für mich) sehr gewöhnungsbedürftig. Ich muss hier doch glatt mit Wörterbuch sitzen!! Und das macht es dann doch alles ziemlich kompliziert. Ich habe auch noch nirgends was gefunden, wie ich die Anwendersprache ändern könnte; ich wüsste jetzt auch nicht, nach was für einem Begriff ich suchen sollte. Nun ja, kommt Zeit, kommt Rat, soll heißen: entweder kann ich Computerfranzösisch bald oder ich finde was, wo ich die Sprachen ändern kann. Ob es wohl so was gibt? Und so war der gestrige Abend dann doch etwas mühsam.

von gabi vor 1359 Tagen
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